Rede Joachim Eilert

15.04.04

Meine Damen und Herren,

nachdem Herr Behrendt Ihnen einen Überblick über die operative Geschäftsentwicklung 2003 gegeben hat, möchte ich Ihnen einige Hinweise zu den Ihnen vorliegenden Zahlen des Jahresabschlusses 2003 geben.


In den Konzernabschluss wurden 80 Gesellschaften einbezogen. Diese umfassen die Beteiligungen der französischen Algeco-Gruppe wie auch der VTG-Lehnkering AG einschließlich des vor wenigen Tagen veräußerten Bereichs Bulk- und Speziallogistik und der ebenfalls zum 1. Januar 2004 verkauften Pracht Spedition + Logistik GmbH.


Der Konzernabschluss wurde unverändert nach den Regeln des IAS/IFRS aufgestellt. Auf die vorzeitige Anpassung der Abschlusspositionen nach IFRS1, wie es unsere Muttergesellschaft getan hat, haben wir wegen des angestrebten Börsengangs verzichtet.


Soweit zur Technik des Jahresabschlusses. Ich möchte Ihnen nun die Zahlen im Einzelnen erläutern. Diese sind bereits durch eine Reihe von Maßnahmen zur Vorbereitung des IPO geprägt. Ich werde hierauf jeweils gesondert hinweisen.


Der Konzernumsatz betrug in 2003 3,9 Mrd. €, das sind 0,1 Mrd. € bzw. 3,5 % mehr als im Vorjahr. Dass der Umsatzzuwachs nicht deutlicher ausgefallen ist, lag am US-Dollar, der um 16%, das waren 17 Cents, gegenüber 2002 schwächer geworden ist.


Im Einzelnen konnten die Hapag-Lloyd Container Linie und Pracht deutlich zulegen und Algeco das Umsatzvolumen in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld halten. Bei VTG führte die Konjunktur sowie die bereits Ende 2002 erfolgte Veräußerung des Bereichs Anlagenspedition zu einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr. Unser Kreuzfahrtgeschäft hatte eine Vielzahl von Sondereffekten zu verzeichnen, die sich negativ auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt haben.

Der Rohertrag betrug 1,4 Mrd. € und lag aufgrund des guten Ergebnisses der Containerlinie um fast 8% über Vorjahr.


Die Personalkostenentwicklung verlief erfreulich und blieb teils wechselkurs-, teils strukturell bedingt leicht hinter dem Wert von 2002 zurück.


Die Abschreibungen blieben mit 213 Mio. € nahezu unverändert.

Nach Abzug der übrigen operativen Aufwendungen und Erträge und des verbesserten Finanzergebnisses, verbleibt ein operatives Ergebnis von 343 Mio. €. Dieses liegt 44 Mio. € über dem bisherigen Rekordjahr 2001.


Die Umsatzrendite erreichte im Jahre 2003 erfreuliche 9% und konnte gegenüber Vorjahr 4%-Punkte zulegen. Die Gesamtkapitalrendite erreichte 18% nach 12% in 2002.

Die Überleitung vom operativen Ergebnis zum Jahresüberschuss ist durch zwei Sondereffekte geprägt, die der Vorbereitung des Börsenganges dienen.

Auffällig sind die hohen Goodwill-Abschreibungen von 60 Mio. €, die um 47 Mio. € über dem normalen Niveau der Vorjahre liegen. Nach Abzug dieses Aufwands – also in erster Linie Goodwill – ergibt sich ein Jahresüberschuss vor Steuern von 257 Mio. €.

Die weitere Besonderheit in unserem Abschluss betrifft die Steuerposition, die positiv ist. Hier wurde der normale zahlungswirksame Steueraufwand mit der Auflösung von Steuerrückstellungen saldiert. Hintergrund ist die Veräußerung von Containerschiffen an die Hapag-Lloyd Container Linie. Dies führt zu einem Jahresüberschuss von 306 Mio. €, der 33% über dem bisherigen Rekordjahr 2001 liegt.

Nun zur Bilanz

Die Bilanzsumme blieb nahezu unverändert. Das Anlagevermögen reduzierte sich trotz der Investitionen in Höhe von 229 Mio. € abschreibungsbedingt auf 2,3 Mrd. € bzw. 68% der Bilanzsumme. Das Eigenkapital nahm ergebnisbedingt auf 1,5 Mrd. € bzw. 45% der Bilanzsumme zu. Dies ist ein beachtlich hoher Wert und wird vor allem dadurch begründet, dass wir die insgesamt guten Ergebnisse der letzten Jahre im Wesentlichen thesaurieren konnten.

Die Nettoverschuldung konnte von 614 Mio. € in 2002 auf 95 Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2003 abgebaut werden. Ursächlich hierfür war der hohe Cash Flow in Höhe von 514 Mio. €. Die Rückstellungen nahmen aufgrund der zuvor dargestellten Auflösung der Position für latente Steuern auf 696 Mio. € ab.

Die Investitionen in Höhe von 229 Mio. € konnten vollständig aus dem Cash-Flow finanziert werden. Sie betrafen neben normalen Ersatzinvestitionen den Erwerb eines Schiffes.

Angesichts des positiven Ergebnisses, der Erwartungen für 2004 und in Vorbreitung des IPO haben wir im Abschluss der Hapag-Lloyd AG die Gewinnrücklagen in Höhe von 395 Mio. € aufgelöst und in den Bilanzgewinn eingestellt. Wir haben daher vorgeschlagen, 462 Mio. € auszuschütten. Bei der Ausschüttungssumme ist zu berücksichtigen, dass ein in Konzernen üblicher Ergebnis-Abführungsvertrag nicht bestand und wir in den vergangenen Jahren in erheblichem Maße Gewinne thesaurieren konnten.


Vielen Dank. Damit gebe ich zurück an Herrn Behrendt, der Ihnen jetzt die weitere Entwicklung in diesem Jahr erläutern wird.


Disclaimer:

Diese Information stellt kein Angebot zum Kauf von Wertpapieren von Hapag-Lloyd AG dar. Die genannten Informationen dürfen nicht in die Vereinigten Staaten von Amerika verbracht oder dort veröffentlicht oder verteilt werden.

 



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