| 15.08.07 Zum 150. Geburtstag von Albert Ballin, Generaldirektor der Heute vor 150 Jahren wurde Albert Ballin, der große Generaldirektor der Hapag, geboren. Er führte das Unternehmen an die Spitze der Weltschifffahrt. Heute erinnern der Ballindamm, das Ballin-Haus und der Ballinkai an den bedeutenden Unternehmer Hamburgs. Ballin wurde vor 150 Jahren, am 15. August 1857, am Stubbenhuk 17 geboren, wuchs am Hafenrand auf und musste siebzehnjährig, nach dem Tod seines Vaters, dessen Agentur übernehmen. Er bot Emigranten konkurrenzlos günstige Überfahrten nach New York an und war damit bald derart erfolgreich, dass er der etablierten Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, der Hapag, einen erbitterten jahrelangen Konkurrenzkampf liefern konnte. 1886 zog die Hapag es vor, den unbequemen Aufsteiger als Chef der Passageabteilung zu übernehmen. Zwei Jahre später wurde Ballin jüngster Direktor. 1899 war diese Hapag die größte Reederei der Welt, der zweiundvierzigjährige Ballin ihr autokratischer Generaldirektor. Er, der Angestellte, verschrieb sich dem Unternehmen derart rückhaltlos, dass es hieß: „Er war die Hapag, und die Hapag war er.“ Ballin, ein pragmatischer Visionär, konnte Zeitströmungen ebenso intuitiv erfassen wie nutzbringend umsetzen und kümmerte sich dabei selbst um jedes Detail seines „Gesamtkunstwerks Hapag“. Das stand auf solider wirtschaftlicher Basis, denn Ballin räumte dem Frachtgeschäft Vorrang vor der konjunkturanfälligen Passagierfahrt ein. Frachter und Kombischiffe sorgten für finanziellen Rückhalt, glamouröse Luxusliner brachten Prestige und Passagiere: 1889 stellte die Hapag mit der „Augusta Victoria“ den ersten deutschen Doppelschrauben-Schnelldampfer in Dienst. 1900 gewann ihr Schnelldampfer „Deutschland“ das Blaue Band. Mit dem Stapellauf der „Amerika“ hatte Ballin 1905 ein neues Erfolgsrezept verwirklicht: Nicht mehr Rekordgeschwindigkeit, sondern möglichst viel Komfort in allen Klassen zog nun die Passagiere auf die Hapag-Dampfer. Höhepunkt dieser Entwicklung waren drei gewaltige Luxusliner, die größten Schiffe der Welt. Der erste von ihnen wurde 1912 von Kaiser Wilhelm II. auf den Namen „Imperator“ getauft. Zum Erfolg der Hapag trug entscheidend bei, dass Ballin auch die Emigranten als Kunden mit ihren zeitgemäß bescheidenen Ansprüchen ernst nahm. 1901 ließ er die Auswandererstadt am Hamburger Hafen errichten, eine komplette Kleinstadt für bis zu 5.000 Personen, deren Angebot einen beispiellosen Rundum-Service einschloss. Millionen von Europäern nutzten dieses „Tor zur Welt“ zum Start in ein neues Leben. Zu dieser Zeit war die Hapag schon mehr als eine Reederei: 1891 hatte Ballin die moderne Kreuzfahrt erfunden, damit eine Marktlücke entdeckt und die Gesellschaft fortan konsequent zu einem großen Tourismus-Anbieter ausgebaut. Ballin war auch einer der geschäftlichen Pioniere der Zivilluftfahrt: Die Hapag-Reisebüros verkauften exklusiv die Tickets für die Luftschiffe des Grafen Zeppelin, bis 1914 schon an 42.000 Passagiere. „Mein Feld ist die Welt“, das alte hanseatische Motto, das Ballin für die Hapag übernommen hatte, traf auf das Unternehmen, das er geprägt hatte, vollauf zu: Seine 46 Liniendienste umspannten vor dem Ersten Weltkrieg nahezu den gesamten Globus mit Ausnahme Australiens, seine Schiffstonnage betrug 1,36 Millionen BRT. Die Hapag hatte mehr als 25.000 Mitarbeiter weltweit, und ihre Aktionäre erhielten 1913 stolze 10 Prozent Dividende. Albert Ballin |
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