KenRohlmannHalbportrait.jpg

Wie unsere Experten nicht deklariertem Gefahrgut auf die Spur kommt

Gefahrgut ist bei uns in sicheren Händen. Riskant ist dessen Transport nur, wenn es nicht als solches erkannt wird. Welche Bedeutung der Transport von Gefahrgut für Hapag-Lloyd besitzt und wie die Experten des Unternehmens verborgene riskante Stoffe entdecken, schildert Senior Director Dangerous Goods Ken Rohlmann.

Hapag-Lloyd will das Geschäft mit dem Transport von Gefahrgut weiter ausbauen. Welchen Stellenwert besitzt Gefahrgut für das Unternehmen?
Hapag-Lloyd zählt zu den absoluten Pionieren des Seetransports von Gefahrgut. Unsere Gefahrgutabteilung konnte im März bereits ihr 50jähriges Jubiläum feiern. Heute sind solche Transporte für uns ein sehr interessantes Nischenprodukt mit durchaus strategischer Bedeutung: Zum einen verfügen wir über ein hohes Maß an Expertise in diesem Spezialgeschäft – wir haben international anerkannte Gefahrgutexperten in den Regionszentralen, sowie die richtigen Tools und führende IT Lösungen. Zum anderen ist der Transport gefährlicher Güter auch ein durchaus lukratives Geschäft. Deswegen ist dessen weiterer Ausbau auch ein wichtiger Bestandteil von Hapag-Lloyds Strategy 2023.  

Welche Arten von Gefahrgut transportiert Hapag-Lloyd? Gibt es auch Ladung, die Sie ablehnen?
Grundsätzlich transportieren wir alles, was gesetzlich erlaubt ist. Die internationalen Gefahrgutvorschriften unterscheiden dabei neun Gefahrgutklassen mit jeweils spezifischen Risiken. Einige typische Produkte, die wir verschiffen, sind Lacke, Airbags, Feuerwerkskörper, Haarspray, Klebemittel aber auch harmlos klingende Dinge wie Fischmehl oder Batterien. Viele dieser Produkte begegnen uns im Alltag und sind nicht wegzudenken. Der Umgang ist meist einfach und ohne großes Risiko. Wenn aber viele Tonnen dieser Ware in einem Seecontainer transportiert werden, kann sich das Risikoprofil durchaus ändern. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften besitzt in jedem Fall oberste Priorität und ist alternativlos.

Hapag-Lloyd behält sich darüber hinaus das Recht vor, legale Produkte nach intensiver Analyse nicht zu transportieren, wenn wir das Transportrisiko für zu groß halten. Das betrifft zum Beispiel ansteckungsgefährliche Stoffe der Klasse 6.2 oder auch Holzkohle aus Indonesien, welche ursächlich für viele Containerfeuer ist.  

Wie riskant ist der Seetransport von Gefahrgut tatsächlich?
Hapag-Lloyd hat im vergangenen Jahr ohne größere Zwischenfälle knapp 480.000 TEU Gefahrgut transportiert. Das zeigt, dass wir auf diese Art von Ladung sehr gut vorbereitet sind. Kopfzerbrechen bereitet uns Gefahrgut, das nicht als solches deklariert wird – sei es aus Unwissenheit, oder auch aus betrügerischer Absicht. Um hier die Risiken zu minimieren, haben wir 2012 Cargo Patrol entwickelt, eine Software, mit der wir die Buchungsunterlagen sämtlicher nicht als Gefahrgut deklarierter Ladung scannen und nach Auffälligkeiten suchen. Im Moment stoßen wir dabei im Schnitt auf 1.400 verdächtige Buchungen pro Tag. Diesen Hinweisen geht ein Team aus fünf Mitarbeitern dann in akribischer Detektivarbeit nach, bis wir Sicherheit über den wirklichen Inhalt eines Containers haben. Dabei liegt unser Hauptaugenmerk auf Hochrisikostoffen, die eine Gefahr für Leib und Leben unserer Besatzungen, für die Sicherheit unserer Schiffe, für die Umwelt oder für die Ladung aller anderen Kunden an Bord darstellen. Nicht deklarierte Sprengstoffe sind nun einmal gefährlicher als nicht deklarierte Farbe. Darüber hinaus trainieren wir unsere Kapitäne und die für die Ladung zuständigen Offiziere alle drei Jahre entsprechend der gesetzlichen Vorgaben. Auch die im Vertrieb mit diesem Thema befassten Mitarbeiter schulen wir regelmäßig. Kunden, die mehr über Gefahrgut wissen möchten, helfen wir auf Anfrage ebenfalls sehr gern.  

Back to Top