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Eid al-Fitr – Fastenbrechen an Land und auf See in Zeiten von COVID-19

Eid al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens, ist eines der wichtigsten muslimischen Feiertage. Es beendet den Fastenmonat Ramadan und beginnt am ersten Tag von Shawwal, dem zehnten Monat im mondbasierten islamischen Kalender. Die Feierlichkeiten können bis zu drei Tage dauern und umfassen Gebete, Familientreffen und Geschenke. Wie sie dieses Jahr Eid al-Fitr feiern, haben uns Mansoor Al Marzooqi, Director Facility Management in Dubai erzählt sowie Wajid Hussain, Kapitän der „Al Nefud“.

„Eid al-Fitr beginnt traditionell mit einem Morgengebet“, erklärt Mansoor Al Marzooqi, Director Facility Management in Dubai. „Dafür gehe ich in der Regel mit meiner Familie in unsere Moschee vor Ort. Aktuell sind jedoch alle Moscheen geschlossen, also beten wir Zuhause.“ Als „Zeichen des Neuanfangs“ ziehe jeder vor dem Gebet neue Kleider an, erklärt er und fügt mit einem Lachen hinzu: „Dass sie neu sind, sieht man eigentlich nicht, denn alle unsere Kleider sind weiß.“

Nach dem Gebet ist Zeit für den erweiterten Familienkreis – denn das Fest ist vor allem ein Familienfest. „Ich habe sechs Geschwister und alle haben Kinder, wir sind also eine ziemlich große Runde“, sagt der aus Dubai stammende Kollege. „Normalerweise gehen wir zuerst alle in mein Elternhaus, denn es ist Brauch, dass die jüngeren die älteren Verwandten besuchen.“ Diesmal wird der Besuch virtuell per Video-Telefonat stattfinden.

Mansoor Al Marzooqi während Eid al-Fitr im vergangenen Jahr.

Dann ist endlich die Zeit gekommen, etwas zu essen – der Moment, auf den alle während des Ramadans, dem heiligen Fastenmonat des Islam, ¬gewartet haben. Die Familie von Al Marzooqi bereitet üblicherweise eine ganze Ziege zu, gekocht mit Reis und serviert mit verschiedensten Beilagen – da er das Fest dieses Jahr jedoch im engsten Familienkreis begeht, fällt auch das Gericht kleiner aus. „Normalerweise bringt jeder etwas selbst ¬Zubereitetes mit, sodass letztlich eine große Vielfalt an Gerichten zusammenkommt“, fügt er hinzu.

Eid al-Fitr auf der “Al Nefud“

Auch auf See kleiden sich die Kollegen anlässlich des Fastenbrechens neu ein erzählt Kapitän Ajid Hussain, bevor sie gemeinsam beten. Außerdem dekorieren sie das Schiff mit Lichtern – Girlanden mit bunten Glühbirnen und Laternen. Das Fastenbrechen beginnen sie traditionell mit Datteln zum Frühstück. Zum Festessen an Bord gehören nordafrikanische Tagines: Eintöpfe mit Hühnchen, Rind oder Fisch gekocht mit Gemüse und verschiedenen Gewürzen. Ebenfalls populär sind Kebabs oder das Reisgericht Biryani sowie Haleem, ein Fleischgericht das langsam mit Getreide gegart wird. Gegessen wird mit der ganzen Mannschaft, auch denen, die nicht muslimisch sind. „Darum geht es schließlich bei dem Fest – Gemeinschaft zu zelebrieren. Zudem sorgen Feste immer für eine gute Stimmung und die ist wichtig an Bord“, so Hussain.

Ein weiterer wichtiger Teil des Festivals ist das Teilen mit benachteiligten Menschen, genannt Sadaqah al-Fitr. „In der Regel senden wir Geld an unsere Familien, die dann meist Essen verteilen, damit diejenigen, denen es weniger gut geht, auch ein bisschen feiern können. Dieses Jahr ist das allerdings alles etwas komplizierter“, so Hussain. Um ein wenig an den Festivitäten Zuhause teilzunehmen, telefonieren die Crew-Mitglieder mit ihren Familien und Verwandten.

Um ein bisschen ein Gefühl wie Zuhause herzustellen, hat der Koch der „Al Nefud“ ein weiteres As im Ärmel: Seine Kahk al Eid, traditionelle Kekse gefüllt mit Pistazien, Walnüssen oder Datteln. „Er gibt sich immer sehr viel Mühe und dekoriert sie liebevoll“, erzählt Hussain mit einem Schmunzeln.

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