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Interview mit Captain Clemens Heinrich - Wie die „Chicago Express“ die Zeit am Anker liegend nutzt

Nach jeder Herausforderung ist es spannend zu erfahren, wie sie angegangen wurde, welche Hürden überwunden wurden und welche Erfolgsfaktoren es gab. Letzten Monat haben wir mit Kapitän Clemens Heinrich gesprochen. Für die nächsten Wochen liegt er mit seiner „Chicago Express“ am Anker – im Interview erzählt er, wie er gemeinsam mit seiner Crew die Zeit nutzt.

Sie sind gerade auf die „Chicago Express“ gewechselt und werden nun die kommenden Wochen „auf Reede“ verbringen. Wo genau liegen Sie mit dem Schiff und wie geht es weiter?

Das ist korrekt, ich habe das Schiff gerade übernommen. Wir fahren allerdings ein „Blank Sailing“ – was bedeutet, dass wir gar nicht fahren, sondern für den Zeitraum einer Rundreise am Anker liegen. Das sind vier Wochen. Allerdings ist gerade die Überlegung, ob wir Ende des Monats nach England fahren, um von dort Leercontainer abzuholen, die wir dann in den Mittelmeerraum bringen. Vermutlich Mitte Oktober wird es dann wieder zurück in den Atlantic Loop 6 (AL6) Dienst gehen. Aktuell befinden wir uns vor der Küste der norditalienischen Hafenstadt La Spezia im Mittelmeer.
 

Wie nutzen Sie die Zeit?

Wir nutzen die Zeit vor allem für Instandhaltungsarbeiten am Schiff, auf dem Deck und im Maschinenraum. Das gute Wetter spielt uns hier sehr in die Karten, denn dies ermöglicht es uns auch wirklich viele der anstehenden Arbeiten umzusetzen.

Dazu gehören etwa das Entrosten und Konservieren der Aufbauten und Lukendeckel sowie die Instandhaltung der Sicherheitseinrichtungen des Schiffes. Da wir aktuell keine Ladung an Bord haben, werden wir zudem die Laderäume säubern. Außerdem steht eine Inventur des Laschmaterials auf unserer Liste sowie eine Bestandaufnahme der anstehenden Reparaturen für die nächste anstehende Werftzeit.

Im Maschinenraum werden wir ebenfalls eine allgemeine Bestandsaufnahme machen – etwa durch Kontrollmessungen von Lagern und mechanischen Bauteilen. Zudem werden wir einige Reinigungsarbeiten von im Betrieb schwer zugänglichen Stellen übernehmen und verschiedene Bestandteile wie die Hilfsaggregate, Kompressoren oder die Hilfsdiesel warten.

Das besondere an unserem Schiff ist ja, dass wir aktuell neben der regulären Besatzung auch 12 Auszubildende an Bord haben. Die lernen jetzt also auch nochmal im Detail alle Bestandteile des Schiffes im Detail kennen und können gut mithelfen. Zudem erhalten sie theoretische und praktische Unterweisungen in die Schiffssicherheit, terrestrische Navigation, die Handhabung von Leinen sowie das Bedienen von Winden und Ankergeschirr.

Welche Aktivitäten haben Sie außerdem noch geplant, um die Crew bei Laune zu halten?

Wir haben Tischtennis- und Kickerturniere geplant. Außerdem werden wir sicherlich das ein oder andere Mal den Grill anwerfen. Hier sind es aktuell über 30 Grad! Den Swimming-Pool haben wir auch schon aufgefüllt – der sorgt für eine kühle Erfrischung zwischendurch. So lassen sich die vier Wochen sicherlich gut bewältigen.

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