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Stolz darauf: Kaffee made in Vietnam

Kein anderes Land in Asien ist so kaffeebegeistert wie Vietnam. Für die Vietnamesen ist Kaffee mehr als nur ein Heißgetränk, er ist vielmehr ein fester Bestandteil ihrer Kultur. Man trifft sich auf eine Tasse Kaffee, plaudert, macht Witze, spricht angeregt über aktuelle Ereignisse und schließt neue Freundschaften. Kaffee verbindet. Und das ist nur einer der Gründe, warum Coffeeshops in Vietnam seit den 1990er Jahren wie Pilze aus dem Boden schießen.

Es waren französische Missionare, die den Kaffee Mitte des 19. Jahrhunderts nach Vietnam brachten, und dann begann man, ihn in einigen Teilen des Landes professionell anzubauen. Aber erst 1980 wurde Vietnam zum wichtigsten Kaffeeproduzenten in Asien. Obwohl das Land in Bezug auf die Anbaufläche weit hinter Brasilien, dem größten Kaffeeexporteur der Welt, zurückliegt, wurde der Küstenstaat innerhalb weniger Jahrzehnte zum zweitgrößten Produzenten der Welt.

Heute wird in dem südostasiatischen Land fast ausschließlich die eher bittere Sorte Robusta angebaut. Mehr als 95 % des Kaffees wird auf kleinen Farmen angebaut. Er wird zwischen September und März geerntet und dann zwischen Januar und September verschifft.

Intimex ist einer der wichtigsten Kaffeeproduzenten in Vietnam - und ein guter, langjähriger Kunde von Hapag-Lloyd. Das Unternehmen exportiert jährlich rund 500.000 Tonnen in etwa 25.000 TEU an seine Kunden in aller Welt, wobei Hapag-Lloyd den Kaffee hauptsächlich nach Deutschland, Belgien und Spanien transportiert. Etwa 20 % der Ernte verbleiben in Vietnam und landen in Kaffeetassen zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt.

Bei unserem Besuch bei Intimex in My Phuoc ist es fast unmöglich, unseren Gastgeber, Geschäftsführer Nguyen Duc Hiep, zu verstehen. Der Lärm der Maschinen, in denen die frisch geernteten und angelieferten Kaffeebohnen gereinigt, getrocknet und dann in Säcke verpackt werden, ist ohrenbetäubend. In 11 Produktionsstätten, die über das ganze Land verteilt sind, arbeiten rund 1.000 Mitarbeiter daran, die kostbaren Bohnen für den Versand nach Übersee vorzubereiten. Duc Hiep nimmt eine Probe aus einem Behälter mit frisch angelieferten Bohnen und lässt sie durch seine Hand gleiten. Er ist sichtlich zufrieden, denn Farbe, Größe und Beschaffenheit der Bohnen entsprechen den hohen Qualitätsstandards von Intimex.

Obwohl die zwei Jahre der COVID-19-Pandemie dem Unternehmen erhebliche Probleme bereitet haben, ist die Nachfrage jetzt wieder sehr hoch und die Kaffeepreise kennen nur eine Richtung: nach oben.

Draußen steht ein Lkw mit einem Hapag-Lloyd-Container im Leerlauf. Duc Hiep nickt dem Fahrer zu und sagt dann mit einem Lächeln zu uns: "Deutschland war für uns Vietnamesen schon immer ein Vorbild, was die Qualität der Produkte und Dienstleistungen angeht. Aber wir müssen uns für nichts schämen. Im Gegenteil, wir sind sehr stolz auf die hohe Qualität unseres Kaffees."

Das Lager des vietnamesischen Kaffeeherstellers Intimex
Hinter den Kulissen bei der Röstung des Kaffees bei Intimex

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