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Fleißige Teamarbeiter

Menschen aus fast einem Dutzend Nationen arbeiten an Bord der Hapag-Lloyd eigenen Schiffe. Eine der größten Gruppen unter ihnen kommt aus Südostasien: Die philippinischen Seeleute.

Sie halten als Seemann die Schiffe instand, unterstützen die Ingenieure im Maschinenraum, leiten als Bootsmann die Mannschaft an oder fahren als Offiziere in ihren Wachzeiten die Container-Riesen: Philippinische Seeleute an Bord von Hapag-Lloyd-Schiffen. Die Männer, die auf See für Hapag-Lloyd arbeiten, stammen aus zahlreichen Nationen. Eine der größten Gruppe unter ihnen an Bord kommt aus Südostasien.

Nicht nur bei Hapag-Lloyd bilden die Filipinos damit einen großen Teil der Besatzung. Geschätzt knapp eine halbe Million Männer und Frauen aus dem südostasiatischen Inselstaat sind in der internationalen Schifffahrt beschäftigt und machen die Philippinen zur weltweit größten Seefahrernation. Allein auf den deutschen Handels- und Passagierschiffen stellen die Seeleute aus dem Inselstaat etwa ein Drittel der Crews.

Freundlich, sympathisch und fleißig: So beschreiben Bordmitglieder die philippinischen Seeleute.

„Freundlich“, „sympathisch“ und „fleißig“: Wer immer an Bord nach den Crew-Mitgliedern von den Philippinen fragt, bekommt positive Einschätzungen zu hören. Sicher sind das erst einmal auch Pauschalurteile – und damit ähnlich wenig belastbar wie Erklärungen, warum gerade diese Nation so oft auf See anzutreffen ist. Weil sie, anders als die meisten asiatischen Länder, nach spanischer Herrschaft und durch US-amerikanischem Einfluss starken Bezug zur westlichen Welt haben? Filipinos sind zumeist katholisch, als Kinder lernen viele schon früh Englisch. Wie vielleicht nur wenige Nationen ist das Land geprägt von einer Kultur, seinen Lebensunterhalt bei Einsätzen im Ausland zu verdienen. Letztlich schlüssig sind solche Begründungen vielleicht nicht. Sicher ist aber: Die Männer von den Philippinen bilden an Bord der Flotte von Hapag-Lloyd nicht nur einen großen, sondern auch sehr wichtigen Teil der Crews.

Bei Hapag-Lloyd arbeiten Filipinos schon seit mehreren Jahren. Mit neuen Kulturen und Mentalitäten umzugehen haben beide Seiten schnell gelernt. Dabei geholfen haben intensive Schulungen sowie ausführliches Informationsmaterial – für die neue wie die bisherige Besatzung. Ob Weihnachtslieder auf Tagalog, dem gebräuchlichsten Dialekt des Inselstaates, oder natürlich Karaoke: das Leben an Bord ist durch die Filipinos noch ein Stück weit internationaler geworden.

Die Männer, die auf See für Hapag-Lloyd arbeiten, stammen aus zahlreichen Nationen. Eine der größten Gruppe unter ihnen an Bord kommt aus Südostasien.

Auf den Schiffen bleiben die philippinischen Crew-Mitglieder meist länger als europäische Offiziere. Etwa sechs bis acht Monate dauert ein Einsatz, das entspricht etwa zwei bis drei Rundreisen in einem Liniendienst. Bootsmann Artur Tugonon junior fährt beispielsweise bereits zum vierten Mal auf einem Hapag-Lloyd-Schiff mit. An Bord ist er eine Art Vorarbeiter für die Mannschaft und unter anderem für die Sicherheit zuständig. Außerdem teilt er die Mannschaft für die anfallenden Arbeiten ein. „Ich wollte die Welt sehen, das war mein Antrieb. Und ich muss sagen, das ist mir gelungen.“ Noch fünf bis acht Jahre will er zur See fahren, und dann für immer heim auf die Philippinnen, auf die Insel Leyte.


Crew-Mitglieder wie er haben vor ihrem ersten Einsatz eine Grundausbildung in der Heimat durchlaufen. Hapag-Lloyd bildet sie dann weiter. Neulinge beginnen ihre Karriere, besonders, wenn sie erst Anfang 20 sind, an Bord meist als „einfache Seemänner“ (ordinary seaman), bevor sie „able seaman“ oder später Bootsmann werden können. In einem besonderen Kadettenprogramm fördert Hapag-Lloyd aber auch junge Nautiker, Techniker und Elektriker, die nach zweieinhalb Jahren Training an Bord als Offizier arbeiten sollen.

Mit seinen 26 Jahren gehört Arnold Sangabol Pestano zu den Jüngeren an Bord. Zur See fährt er bereits seit fünf Jahren. Der Seemann hat von 20 Uhr bis Mitternacht sowie morgens von acht bis zwölf Uhr Wache auf der Brücke. In der verbleibenden Arbeitszeit kümmert er sich an Bord um jede Art von Instandsetzungs- und Unterhaltungsarbeiten, etwa streichen oder saubermachen. „Eines Tages will ich Nautischer Offizier und vielleicht Kapitän werden“, ist er sich sicher.

Arnold Sangabol Pestano (26) will eines Tages Nautischer Offizier und vielleicht Kapitän werden.

Der zweite Offizier ist hingegen bereits ein alter Hase an Bord: „Ich fahre seit 26 Jahren zur See, so wie alle meine Brüder auch. Bei meiner ersten Fahrt war ich 22 Jahre alt“, erzählt er. Als zweiter Offizier fährt er während der Wache auf der Brücke eigenverantwortlich das Schiff. „Bei Problemen oder in besonders anspruchsvollen Situationen ist es aber meine Aufgabe, den Kapitän zu informieren“. Den Job als Seemann macht Geraldo Malbas hauptsächlich für seine Familie – insbesondere für seine Tochter, der er ein Leben im Ausland ermöglichen möchte. In seiner Freizeit ist es ihm daher auch besonders wichtig, so oft wie möglich mit seiner Familie in Kontakt zu kommen – etwa über Facebook.


Und noch etwas ist wichtig, wenn man wie die Crew eine Containerschiffes wochenlang unterwegs ist: Die Verpflegung. Der Koch Wilbert Young ist überzeugt: „Ein guter Koch macht die Mannschaft nicht nur satt, sondern auch ein bisschen glücklich.“ Jeden Morgen bereitet er das Frühstück zu, später dann Mittag- und Abendessen. Dazwischen hat Wilbert vormittags wie nachmittags eine längere Pause, bis gegen 19 Uhr meist Feierabend ist. Außerdem macht er die Planung für die Verpflegung. Für eine Rundreise von Nordeuropa bis nach Asien und zurück plant er etwa mit 2800 Eiern, 120 Kilo Kartoffeln oder 400 Kilo Jasmin-Reis.

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