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Wie werden eigentlich Heidelbeeren um die Welt transportiert?

Jedes Jahr werden über 20.000 TEU Heidelbeeren um die ganze Welt transportiert. Heidelbeeren gehören dank ihres hohen Anteils an Antioxidantien zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt. Sie sind zu einer beliebten Obstsorte geworden, gelten als Teil einer gesunden Ernährung und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Ein Großteil der Ausfuhren erfolgt aus Südamerika und Südafrika. Aus diesem Grund ist das Zeitfenster, in dem frische Heidelbeeren auf den nordamerikanischen und europäischen Markt exportiert werden können, klein. Die Verbraucher erwarten bei ihrem Einkauf beste Qualität des Lebensmittels und die Produzenten sind einem konstanten Druck ausgesetzt, die beste Qualität zu liefern.

Auch nach ihrer Ernte „leben“ die Heidelbeeren weiter. Der Transport dieser empfindlichen Lebensmittel erfordert eine Umgebung mit kontrollierter Atmosphäre, in der der Reifeprozess verlangsamt wird. Ohne diesen Prozess würden die Heidelbeeren rasch reifen und schnell faulen. Man denke beispielsweise daran, wie schnell Bananen reifen, nachdem man sie im Supermarkt gekauft und nach Hause gebracht hat.

Genau hier kommt die „Controlled Atmosphere“ zum Einsatz. Diese Technologie ermöglicht einen Transport dieser Früchte über längere Distanzen, wie etwa von Chile nach Europa. Hapag-Lloyd greift hierzu auf seine „ExtraFresh“-Technologie zurück, um die Innenatmosphäre eines Kühlcontainers zu kontrollieren und die „Atmung“ von Früchten und Gemüse verlangsamen, so dass sich deren Haltbarkeit verbessert.

Die „ExtraFresh“-Technologie funktioniert bei stark atmenden Früchten wie Bananen und Avocados. Abhängig von der Atmung des Obstes stellt sie optimale Gleichgewicht zwischen Sauerstoff (O2), Kohlenstoffdioxid (CO2) und Stickstoff (N2) her.

Früchte wie Heidelbeeren und Litschis sind derweil noch sensibler. Vor diesem Hintergrund hat Hapag-Lloyd die „ExtraFresh Plus“ eingeführt. Diese Technologie zielt auf hochwertige, schnell verderbliche aber gleichzeitig schwach atmende Früchte wie Heidelbeeren und Litschis ab.

Der Transport von empfindlichen Lebensmittel wie Blaubeeren erfordert eine Umgebung mit kontrollierter Atmosphäre, in der der Reifeprozess verlangsamt wird.

Ähnlich wie „ExtraFresh“ zielt auch "ExtraFresh“ Plus darauf ab, den Reifeprozess zu verlangsamen und Grauschimmel sowie anderen Fäulnis verursachenden Organismen vorzubeugen. Auf diese Weise können Verlader ihre Ware über noch längere Strecken transportieren und neue Märkte erschließen, die vorher außerhalb ihrer Reichweite lagen. „ExtraFresh Plus“ stellt so sicher, dass Verlader ihren Kunden Früchte mit einer hohen Qualität anbieten können.

Wie funktioniert Extrafresh Plus?

Um die optimale Atmosphäre im Reefer zu schaffen, wird nach der Beladung im Hapag-Lloyd-Depot eine Gasmischung aus Kohlenstoffdioxid (CO2) und Stickstoff (N2) in den Container geleitet.

Zahlreiche Technologien, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind, setzen auf den Frischlufteinlass von Sauerstoff (O2), um den Kohlenstoffdioxidgehalt (CO2) zu reduzieren, der durch die Atmung des Obstes innerhalb des Kühlcontainers entstandenen ist. Da der Stickstoffgehalt (N2) innerhalb des Kühlcontainers höher ist als in der äußeren Atmosphäre, werden kleinere Mengen Stickstoff (N2) immer dann aus dem Container austreten, wenn Belüftungen geöffnet werden, um den Kohlenstoffdioxidgehalt (CO2) im Kühlcontainer zu reduzieren.

Ähnlich wie ExtraFresh zielt auch ExtraFresh Plus darauf ab, den Reifeprozess zu verlangsamen und Grauschimmel sowie anderen Fäulnis verursachenden Organismen vorzubeugen.

Sauerstoff (O2) ist das einzige Gas, das in den Kühlcontainer fließt, sodass der Sauerstoff (O2) den entweichenden Stickstoff (N2) ersetzt. Folglich wird der Stickstoffgehalt (N2) unvermeidlich sinken und sich der Atmosphäre außerhalb des Containers anpassen. Die Menge der Sauerstoffzufuhr (O2) in den Kühlcontainer entspricht dem Stickstoffgehalt (N2), der aus dem Kühlcontainer austritt.

Ein Beispiel:

In einen mit Heidelbeeren beladenen Container werden in einer ersten Phase 85 % Stickstoff (N2) und 10 % Kohlenstoffdioxid (CO2) geleitet, wodurch 5 % Sauerstoff (O2) im Container übrigbleiben. Bei einer Atmungsaktivität von 1 % Kohlenstoffdioxid (CO2) pro Tag – ein üblicher Wert bei Heidelbeeren – würde der Sauerstoffgehalt (O2) in nur 12 Tagen auf über 9 % ansteigen, um den Kohlenstoffdioxidgehalt (CO2) in seinem Sollwert zu halten.

Zum Vergleich: „ExtraFresh Plus“ ist in der Lage, das Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Atmosphäre herauszufiltern und zu entfernen, ohne dabei den Sauerstoffgehalt (O2) zu erhöhen oder den Stickstoffgehalt (N2) zu verringern. Das System ist sowohl mit Sauerstoff- (O2) als auch mit Kohlenstoffdioxidsensoren (CO2) ausgestattet: Sie überwachen aktiv den jeweiligen Gasgehalt im Kühlcontainer und garantieren das richtige Verhältnis. Ein stabiler Sauerstoff- (O2) und Kohlenstoffdioxidgehalt (CO2) ist essentiell, um Früchte über größere Distanzen zu transportieren und gleichzeitig eine optimale Qualität zu gewährleisten.
 

Dank der ExtraFresh Plus Technologie können empfindliche Früchte ihre optimale Qualität erhalten, selbst wenn sie größere Distanzen zurücklegen.

Für Exporteure von Früchten sind Technologien wie „ExtraFresh Plus“ ein Garant dafür, dass das Obst in bestmöglichem Zustand erhalten bleibt. Gleichzeitig wird die Haltbarkeit des Produkts um bis zu 1,5 Wochen erhöht. Somit entsteht eine Win-Win-Situation für Landwirte, die Exporteure, Importeure und die Supermärkte, da sie ein größeres Zeitfenster haben, in dem sie ihre Erzeugnisse vermarkten können.

Gleichzeitig sind die Verbraucher glücklich, unabhängig von der Jahreszeit frisches Obst in ihren Supermarktregalen zu finden.

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