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Wir stellen vor: Mohamed Abboud – Herrscher über das Orangenreich

Orangen, überall Orangen. Hunderttausende von Orangen werden in dieser Produktionsstätte verarbeitet – 350 Tonnen pro Tag, frisch von den Feldern. Jede einzelne Orange landet auf einem riesigen Förderband, wird gereinigt, gewachst, gescannt und fällt dann automatisch auf ein weiteres Band, wo sie schließlich in einen Karton verpackt wird.


Orangen in Nubaria: das Wunder in der Wüste

Nächster Halt: Kühllagerung. Hier warten die Orangen darauf, in einen 40-Fuß-Kühlcontainer von Hapag-Lloyd verladen zu werden. Und dann beginnt die Reise: Mitten aus der Wüste von Nubaria im Norden Ägyptens werden die Orangen an Bord eines Schiffes von Hapag-Lloyd entweder nach Europa, Neuseeland, Australien oder China transportiert.

Magrabi Agriculture ist einer der größten Exporteure von Orangen in Nordafrika. Vor rund 20 Jahren startete das in Kairo ansässige Unternehmen eine Initiative zur Rückgewinnung von 4.000 Hektar Wüstenland unter Einsatz moderner Bewässerungstechniken – die Geburtsstunde der industriellen, exportorientierten Landwirtschaft in Ägypten.

Niemand weiß mehr über Orangen als Mohamed Abboud, technischer Direktor der Marke Mafa. Er führt uns durch das Produktionsareal und hält an einem der Förderbänder an, nimmt zwei beliebige Orangen und zeigt sie uns. „Sehen Sie sich diese Orangen an: Sie haben eine tolle Farbe, eine gute Wachsschicht, eine perfekte Oberfläche, einen großartigen Duft, und sie sehen toll aus“, sagt er.


Was für eine Karriere: Goodyear, Alfa Romeo, Nestlé, McDonalds – und schließlich Orangen

Abboud studierte in den USA und wurde Dozent an der Universität in Berkeley, Kalifornien. Nach einigen Jahren wurde ihm langweilig. „Ich startete meine eigenen Geschäfte in Ägypten – ich besaß ein Bauunternehmen, verkaufte dann Goodyear-Reifen, später Autos von Lancia, Alfa Romeo und Fiat. Schließlich beschloss ich, Nestlé zu vertreten, wechselte dann in den Arzneimittelbereich und startete schließlich ein sehr erfolgreiches McDonald's-Franchise-Business. Nachdem ich jahrzehntelang Unternehmer war, beschloss ich: Es ist genug – jetztmöchte ich Zeit mit meinen Enkeln verbringen.“ Nach einem Jahr wurde Abboud vom Eigentümer von Magrabi gebeten, wieder in die Geschäftswelt einzusteigen – und zwanzig Jahre später ist er hier: der Herrscher über das ägyptischen Orangenreichs – mit einem hohen Anspruch an die Qualität seiner Produkte.  


Warum Abboud es beständig mag

Abboud weiß, dass hohe Qualität nie selbstverständlich ist. „Die Herausforderungen in der Agrarindustrie sind endlos“, erklärt er. „Es geht nicht nur um Wetter, Bewässerungsprobleme oder Hafenüberlastungen, sondern auch um potenzielle Schädlinge. Wir können nicht jeden Schädling kontrollieren, der auftaucht. Im nächsten Jahr taucht neues Ungeziefer auf, und niemand weiß, wie man damit umgehen soll. Ägypten selbst, so erklärt Abboud, kann einige unerwartete Herausforderungen mit sich bringen. „Gesetze ändern sich, Zollbestimmungen ändern sich, Steuern ändern sich – nichts bleibt, wie es ist“, sagt er lachend. „Jeden Morgen wache ich auf und sage mir: Hoffentlich ist alles so wie gestern.“ Im Labor in der Nähe überprüfen seine Experten regelmäßig die Qualität der Ernte. Heute zeigt die Analyse: eine perfekte Mischung aus Säure und Süße – Abboud ist zufrieden.


Chinas Appetit auf Orangen endet nicht

Im Jahr 2019 exportierte Magrabi 100.000 Tonnen Obst – vor allem Zitrusfrüchte, Trauben, Erdbeeren und Datteln – in 55 Länder auf der ganzen Welt. Europa ist einer der größten, qualitätsorientiertesten und am weitesten gesättigten Märkte der Welt. „Die dort geforderte Qualität ist definitiv die höchste der Welt“, sagt Abboud. „Und der Innovationszyklus ist schnell, da Europa hochwertige Verpackungen fordert“, so Abboud. Aber es wird niemanden überraschen zu hören, dass das größte Wachstum nach wie vor in China zu verzeichnen ist. „Das ist derzeit der weltweit am stärksten boomende Markt“, erzählt Abboud. „Das benötigte Volumen ist enorm, und es wächst weiterhin stark und schnell. Wir erwarten weiterhin ein außerordentliches Wachstum.“ Ein Teil dieses Wachstums könnte jedoch auch aus der näheren Umgebung kommen. „Ja, Afrika wirkt arm, aber es gibt ein riesiges Potenzial“, sagt er. „Es könnte einige Zeit dauern, aber ich erwarte mittelfristig eine deutliche Zunahme des Volumens.“

Magrabi hat etwa 5.000 Mitarbeiter, die auf den 15 Farmen in Ägypten arbeiten. „Die Zitrusfrüchte-Saison beginnt Anfang Dezember und geht bis Ende Mai, gefolgt von der Traubensaison“, erklärt Abboud. „Diese Saison ist unglaublich kurz, und die Logistik ist sehr anspruchsvoll. Gut ausgebildetes und erfahrenes Personal ist nötig, um diese Aufgabe zu bewältigen, da Trauben sehr empfindlich sind. Verzögerungen können der Qualität des Produkts manchmal großen Schaden zufügen. Daher muss unser Personal sorgfältig geschult werden, und deshalb versuchen wir, den Umsatz sehr niedrig zu halten.“


No Risk – No Fun

Langfristige Planung ist ebenfalls wichtig, da der Anbau der Früchte lange dauert. Und es gibt Risiken. „Die Investitionen beim Pflanzen sind riesig, und fünf bis sechs Jahre lang gibt es keinen Ertrag“, sagt Abboud. „Zudem muss man ein Gespür für Trends haben und sich fragen: Wie wird der Trend im Jahr 2025 aussehen?“ Er kennt die Risiken aus Erfahrung. „Vor Jahren gab es eine Traubensorte mit Mango-Geschmack, und die Nachfrage danach hat für eine Weile enorm zugenommen“, erzählt er. „Aber dann versiegte die Nachfrage plötzlich. Wer viel in diese Sorte investiert hätte, hätte vielleicht Millionen verloren.“

Magrabi verschifft Tausende von Kühlcontainern pro Jahr. Die größte logistische Herausforderung für das Unternehmen ist die Verfügbarkeit von Kühlcontainern für die verschiedenen Standorte. „Das ist für uns absolut lebenswichtig“, betont Abboud. „Wir sind verloren, wenn wir nicht genügend Container genau dann haben, wenn wir sie brauchen, da unsere Kühllager ansonsten innerhalb weniger Tage voll sein werden.“ Eine weitere wichtige Voraussetzung für einen qualitativ hochwertigen Transport ist die Zuverlässigkeit der Kühlkette. „Über die konstante Temperatur an Bord des Schiffes machen wir uns eigentlich keine Sorgen, da die Reedereien in der Regel gut darauf achten“, erklärt er. „Es sind eher die Abfertigungszeiten in den Häfen, über die wir uns immer Gedanken machen – vor allem in Ländern wie Australien, China und Vietnam, wo wir einige sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben.“

Wenn es um Kühltransporte geht, weiß Abboud, dass er sich auf Hapag-Lloyd verlassen kann. Magrabi arbeitet bereits seit einiger Zeit mit Hapag-Lloyd zusammen.


Viele Möglichkeiten für Hapag-Lloyd in Ägypten

Jedes Jahr werden Tausende von Kühlcontainern voller landwirtschaftlicher Erzeugnisse von Ägypten aus in verschiedene Länder der Welt verschifft. Und die Zahlen wachsen von Jahr zu Jahr. Das bedeutet auch für Hapag-Lloyd ein enormes Wachstumspotenzial.  


Unser Spaziergang durch die riesige Produktionsstätte endet an der Laderampe, wo der letzte 40-Fuß-Kühlcontainer des Tages verladen wird. Bestimmungsort: Rotterdam. Carrier: Hapag-Lloyd.

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